Kompromiss-Situation

Eine Kompromiss-Situation im Online-Shopping ist ein Konflikt der Nutzerwünsche mit dem vorhandenen Produktsortiment, der dadurch entsteht, dass ein Online-Shopper sich (typischerweise) viele Produkteigenschaften gleichzeitig wünscht, aber kein Produkt sämtliche Anforderungen erfüllen kann.

Die Lösung der Kompromiss-Situation ist die alternative Empfehlung, die den Konflikt durch eine Abwägung der Vor- und Nachteile aller Produkte löst und durch den Tradeoff sinnvolle Empfehlungen ermöglicht.

Die klassischen Suchsysteme wie Faceted Metadata Search bzw. Guided Search, Kategorienavigation und Freitextsuche erlauben keine Kompromiss-Situation, da (zumindest bei Guided Search) dem Nutzer die Auswahl miteinander in Konflikt stehender Produkteigenschaften erst garnicht gestattet wird (stattdessen werden nicht kombinierbare Produkteigenschaften ausgeblendet). Diese Umschiffung der Kompromiss-Situation ist jedoch sehr ungünstig für den Online-Shopper, da er dadurch in eine Suchsackgasse hineinmanövriert wird, und sinnvolle alternative Empfehlungen von vornherein vermieden werden.

Weitere Vorteile und Gründe, die Kompromiss-Situation im Online-Shopping zuzulassen, sind in dem Glossar-Eintrag alternative Empfehlung beschrieben.

Ein Nachteil, die Kompromiss-Situation zuzulassen, liegt darin, dass es den typischen Nutzergewohnheiten im Online-Shopping widerspricht - denn Nutzer kennen aus den klassischen Suchsystemen wie Facettensuche und Kategorienavigation keine Kompromiss-Situation. Es ist daher wichtig, gezielt mit den Situationen umzugehen, und diese auch deutlich zu kommunizieren.